Zeugnisse

Arbeitszeugnisse sind im Grunde genommen Empfehlungsschreiben. Ein möglicher neuer Arbeitgeber erfährt daraus alles Wesentliche, das Sie in Ihren vorhergehenden Jobs auszeichnete. Vielen Arbeitnehmern ist jedoch nicht bewusst, wie aussagekräftig ihre Zeugnisse sind und welche Geheimsprache Personaler zwischen den Zeilen lesen können. Relevant sind für einen potentiellen neuen Arbeitgeber vor allem die neusten Zeugnisse. Trotzdem müssen Sie alle im Lebenslauf erwähnten Anstellungen durch Zeugnisse belegen können.
 

Sie haben einen gesetzlichen Anspruch auf ein wohlwollendes Arbeitszeugnis

Einen gesetzlichen Anspruch auf die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses gibt es in Europa übrigens nur in Deutschland und der Schweiz. Arbeitgeber haben dieses wohlwollend zu formulieren, das heißt, das Arbeitszeugnis darf den Arbeitnehmer keine Steine für sein berufliches Weiterkommen in den Weg legen. Seit dem 1. Januar 2003 legt der § 109 der Gewerbeordnung den Zeugnisanspruch sowie dessen Inhalt fest. Kurz zusammengefasst bedeutet das:

  • Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer Anspruch auf ein Zeugnis.
  • Dieses ist in schriftlicher Form auszuhändigen, Arbeitszeugnisse in elektronischer Form sind unzulässig.
  • Im Zeugnis sind Tätigkeiten und Dauer des Anstellungsverhältnisses zu vermerken (einfaches Zeugnis), auf Wunsch des Arbeitnehmers auch Angaben über sein Verhalten und seine Leistungen während des Arbeitsverhältnisses (qualifiziertes Zeugnis).
  • Zweideutige Formulieren sind nicht erlaubt, das Zeugnis muss klar und verständlich geschrieben sein.
     

Schlechtes Arbeitszeugnis – und nun?

Sie haben eine Tätigkeit im Lebenslauf aufgeführt, aber das Arbeitszeugnis enthält schlechte Beurteilungen. Beilegen oder nicht? Ganz klar: Ein fehlender Beleg wird Ihnen mehr zum Nachteil angerechnet, als ein nicht so gutes Zeugnis. Fehlt es nämlich, gehen die Personalverantwortlichen automatisch davon aus, dass es wohl sehr schlecht sein muss. Ebenso werden sie sich fragen, ob Sie womöglich bezüglich des Anstellungsverhältnisses im Lebenslauf falsche Angaben gemacht haben.
Sind Sie insgesamt im Besitz von guten bis sehr guten Arbeitszeugnissen, haben Sie trotzdem gute Chancen, auf ein Vorstellungsgespräch. 


Bereiten Sie sich darauf vor, dass Sie im Gespräch auf die schlechte Beurteilung angesprochen werden und vergessen Sie nicht: Mit Ehrlichkeit kommt man immer am weitesten!