Welche Heizung die Richtige?

Neue Heizung – welche ist die beste Wahl im Jahr 2021?

Neue Heizung: Hände liegen auf einem Heizkörper

In unseren Breitengraden kommt kein Haus ohne eine geeignete Heizung aus. Doch sowohl bei einem Neubau als auch bei einer fälligen Erneuerung müssen immer ein paar Überlegungen angestellt werden. Schließlich kostet eine neue Heizung sehr viel Geld. Zudem soll es sich um eine Anschaffung handeln, die im Idealfall einige Jahrzehnte hält. Daher überlegt sich jeder Hauseigentümer, welche Heizung die beste Wahl ist. Um diese Entscheidung etwas zu erleichtern, finden Sie nachfolgend ein paar Informationen, die Ihnen hoffentlich weiterhelfen.

Verschiedene Heizsysteme sind erhältlich

Bis vor einigen Jahren war die Entscheidung noch einfach. Überall dort, wo es eine Erdgasversorgung gab, wurden üblicherweise Gasheizungen eingebaut. In Regionen, in denen kein Erdgas zur Verfügung steht, fiel die Wahl auf eine Ölheizung. Doch ganz so einfach ist es heute nicht mehr. Inzwischen stehen mehrere unterschiedliche Heizungssysteme zur Wahl. Neben Öl und Gas gibt es auch Pellets und andere regenerative Energiequellen. Zudem sind Wärmepumpen und Elektroheizungen verfügbar. Noch komplizierter wird die Entscheidung, weil es mittlerweile auch verschiedene Kombinationsmöglichkeiten gibt. Das kann für den einen oder anderen Interessenten dann schon ein bisschen für Verwirrung sorgen. Nachfolgend werden die verschiedenen Heizungssysteme detailliert beschrieben.

Öl- und Gasheizungen sind die Klassiker

Auch in der heutigen Zeit werden noch zahlreiche Gebäude mit Öl- und Gasheizungen betrieben. Der Vorteil besteht darin, dass diese Heizungsarten zu relativ günstigen Anschaffungskosten erhältlich sind. Eigentümer einer Ölheizung besitzen zumeist auch eine Tankanlage sowie einen geeigneten Schornstein. Aus diesem Grund wäre es sehr teuer, auf eine andere Technologie umzusteigen.

Neue Öl- oder Gasheizung – Diese Kosten fallen an

Besitzer einer Gasheizung verfügen über einen Gasanschluss. Daher macht es nicht viel Arbeit, einen alten Heizkessel gegen einen neuen auszutauschen. Die Kosten dafür halten sich in Grenzen. Die Anschaffungskosten für eine neue Ölheizung liegen in einem Bereich von etwa 7.000 bis 9.000 Euro. Bei einer neuen Gasheizung beträgt die Preisspanne etwa 6.000 bis 10.000 Euro. Daher sind die Investitionskosten überschaubar.

Allerdings sind die Betriebskosten dieser Heizungen sehr hoch. Zum einen hängen sie vom jeweiligen Öl- und Gaspreis ab. Dieser wiederum ist von der politischen und wirtschaftlichen Lage in einigen Ländern abhängig. Daher treten mitunter kurzfristig starke Preisschwankungen auf. Dazu kommt noch der Preis für die CO2-Steuer, der ab dem Jahre 2021 anfällt. Die Kosten betragen derzeit 25 Euro pro Tonne. Dadurch wird jeder Liter Heizöl um etwa 8,00 Cent teurer. Bis zum Jahre 2025 steigt der Preis für die CO2-Steuer auf 55 Euro pro Tonne. Dadurch verteuert sich das Heizöl dann schon auf knapp 20 Cent pro Liter. Der Grund für diese drastische Verteuerung besteht darin, weil die Ölheizungen komplett abgeschafft werden sollen.

Pellet- und Hackschnitzelheizung als Alternative

Pelletheizungen

Seit einigen Jahren stehen die Pelletheizungen zur Verfügung. Diese sind inzwischen sehr modern und auch schon mit einer innovativen Brennwerttechnik ausgestattet. Damit erzielen sie einen Wirkungsgrad von etwa 103 Prozent. Betrieben werden sie, wie die Bezeichnung schon vermuten lässt, mit Holzpellets. Diese werden aus Holzabfällen hergestellt. Dazu gehören unter anderem Abfälle aus Sägewerken und der holzverarbeitenden Betriebe. Aber auch Holz aus Baumkronen oder von der Knickpflege, das nicht anderweitig verwertet werden kann, dient zur Herstellung der Pellets.
Die Pellets müssen jedoch einen trockenen und gut belüfteten Lagerraum haben. Bei einer zu hohen Feuchtigkeit bildet sich Schimmel und der Kompostierungsprozess setzt ein. Zudem ist eine Vorrichtung erforderlich, die den Transport der Pellets aus dem Lager in den Brennkessel ermöglicht. Daher sind die Anschaffungskosten sehr hoch. Die Kosten für den Einbau einer Pelletheizung liegen in einem Bereich zwischen etwa 17.000 und 25.000 Euro. Ist kein entsprechender Lagerraum für die Pellets vorhanden, erhöhen sich die Kosten noch etwas. Die hohen Investitionskosten machen sich jedoch nach mehreren Jahren Nutzung wieder bezahlt. Für eine Kilowattstunde Wärmeenergie wird bei einer Pelletheizung mit einem Preis von 5,6 Cent kalkuliert. Dieser Preis ist um etwa einen Cent günstiger als von Heizöl oder Gas. Aufgrund der CO2-Steuer wird sich die Preisdifferenz in den nächsten Jahren noch deutlich vergrößern.

Hackschnitzelheizungen

Noch deutlich günstiger im Verbrauch erweisen sich die Hackschnitzelheizungen. Diese werden ebenfalls mit Holz betrieben. Dazu werden Zweige und dünnere Äste von der Knickpflege oder aus der Forstwirtschaft mit großen Häckslern zu kleinen Schnitzeln zerkleinert. Diese dienen dann als Brennstoff für die moderne Heizung. Da die Herstellung der Hackschnitzel nur geringe Kosten verursacht, liegen die Energiekosten bei beeindruckenden 3,1 Cent pro Kilowattstunde. Das entspricht in etwa der Hälfte der Energiekosten, die für Öl und Gas anfallen.
Eine Hackschnitzelheizung weist jedoch auch einige Nachteile auf. Zum einen benötigt sie einen sehr großen Platz. Sowohl der Heizkessel als auch der Lagerraum für die Hackschnitzel sollten groß bemessen sein. Deshalb werden diese Heizungen zumeist in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt. Da sich die Landwirte ohnehin um die Pflege der Knicks kümmern, reduzieren sich die Energiekosten noch weiter. Es fallen dann nur noch Kosten für das Häckseln sowie für den Transport an. Ein weiterer Nachteil einer Hackschnitzelheizung ist der hohe Anschaffungspreis. Er liegt bei etwa 22.000 bis 28.000 Euro. Der Anschaffungspreis amortisiert sich erst dann, wenn mindestens 25.000 Kilowattstunden im Jahr benötigt werden. Deshalb kommen solche Heizungen zumeist nicht für Ein- oder Zweifamilienhäuser in Betracht.

Welche Elektroheizung ist die Sparsamste?

Direktheizungen

Im Bereich der Elektroheizungen gibt es verschiedene Techniken. Zum einen steht die Direktheizung zur Verfügung. Diese wandelt nach dem Einschalten den elektrischen Strom in Wärmeenergie um. Die Technik ist nicht nur praktisch, sondern auch völlig emissionsfrei. Das Problem ist nur, dass zuvor im Kraftwerk aus Wärme Strom erzeugt werden muss. Dieser wird dann beim Heizen wieder in Wärme umgewandelt. Dadurch erzielen die Elektroheizungen nur eine mäßige Effizienz. Das ist insbesondere bei den preiswerten Konvektoren der Fall.

Infrarotheizungen

Etwas effizienter arbeiten die Infrarotheizungen. Diese erwärmen nicht die Raumluft, sondern lediglich die Gegenstände und Flüssigkeiten. Zudem stehen Heizkörper in zahlreichen Ausführungen zur Wahl. Diese weisen Formen wie Kreidetafeln, Spiegel oder Gemälde auf. Sie lassen sich daher einfach an einer Wand aufhängen und beanspruchen kaum Platz. Der wohl größte Vorteil von Elektroheizungen liegt in dem geringen Anschaffungspreis. Um eine komplette Wohnung mit Elektroheizkörpern auszustatten, fallen Kosten zwischen etwa 5.000 und 8.000 Euro an. Allerdings sind die Energiekosten mit etwa 22,00 Cent pro Kilowattstunde recht hoch. Aus diesem Grund werden Elektroheizungen zumeist nur als zusätzliche Heizungen für die Übergangszeit oder für die kurzfristige Wärmeerzeugung verwendet. Am günstigsten erweisen sich die Infrarotheizkörper. Aufgrund der Heiztechnik benötigen sie nur eine kurze Zeit, bis sich der Raum angenehm warm anfühlt.

Das Blockheizkraftwerk erzeugt nebenbei Strom

Sehr interessant ist auch ein Blockheizkraftwerk. Dieses besteht aus einem Verbrennungsmotor, der einen Stromgenerator antreibt. Damit wird die elektrische Energie für das Gebäude erzeugt. Die dabei auftretende Wärme kann zum Heizen genutzt werden. Prinzipiell ist diese Lösung sehr interessant. In der Praxis erweist sich ein Blockheizkraftwerk jedoch für ein typisches Einfamilienhaus als nicht immer so gut geeignet. Mittlerweile gibt es jedoch schon sogenannte Makro-Blockheizkraftwerke mit einer Leistung von etwa 2,5 Kilowatt. Dieses würde sich schon für ein Einfamilienhaus rentieren. Allerdings liegen die Anschaffungskosten mit 20.000 bis 40.000 Euro in einem hohen Bereich.

Die höchste Effizienz erreichen die Blockheizkraftwerke in größeren Wohnblöcken oder im gewerblichen Bereich. Bei großen Anlagen mit 50 kW oder mehr Leistung erweisen sich diese Einrichtungen als sehr effizient. Mit solchen Ausführungen können auch schon größere Gewerbebetriebe und sogar ganze Stadtteile mit Wärme und Strom versorgt werden.

Brennstoffzelle als Alternative zum Blockheizkraftwerk

Seit Kurzem steht die Brennstoffzelle zur Verfügung. Im Grunde genommen handelt es sich um eine moderne Erweiterung der bekannten Blockheizkraftwerke. Mittels chemischer Reaktion wird Wärme und elektrischer Strom hergestellt. Als Energieträger dient Erdgas. Eine solche Anlage gilt als besonders sauberes Heiz- und Energieversorgungssystem. Das einzige Abfallprodukt, das bei der Strom- und Wärmeproduktion anfällt, ist Wasser. Die Investitionskosten für eine Brennstoffzelle liegen in einem Bereich zwischen 25.000 und 56.000 Euro.

Kostenlose Heizenergie nutzen

Viele Hausbesitzer träumen davon, autark zu sein und sich völlig selbst versorgen zu können. Eine solche Möglichkeit gibt es bereits. Die Rede ist von Solarthermie. Dazu werden auf dem Dach Solarkollektoren montiert. Im Keller oder im Erdgeschoss befindet sich ein Warmwasserspeicher. Mit einer elektrisch angetriebenen Pumpe wird das Wasser in die Kollektoren gefördert und von der Sonne erwärmt. Das warme Wasser fließt dann wieder hinunter in den Speicher. Das warme Wasser kann als Brauchwasser oder zur Unterstützung der vorhandenen Heizung genutzt werden. Als eigenständige Heizung reicht es meistens nicht aus. Es gibt viele Tage, an denen die Sonne nicht so kräftig scheint. An diesen Tagen möchte keiner so gerne auf eine warme Wohnung verzichten. Aber zur Unterstützung ist eine Solarthermieanlage bestens geeignet. Die Investitionskosten liegen je nach Dimensionierung der Anlage in einem Bereich zwischen 4.000 und 10.000 Euro.

 

Neue Heizung: Frau dreht die Temperatur hoch.

Förderung für neue Heizungen – Diese Möglichkeiten gibt es

Da die Investition in eine neue Heizung mit hohen Kosten verbunden ist, wünschen sich die meisten Hausbesitzer einen staatlichen Zuschuss. Dieser kann auch für einige Heizungsarten beantragt werden. Für eine moderne Brennstoffzelle kann eine Förderung von der KfW in einer Höhe von bis zu 34.300 Euro beantragt werden. Für Holzheizungen oder Solarthermieanlagen liegen die Zuschüsse von der BAFA in einem Bereich zwischen 20 und 55 Prozent der Investitionskosten. Für ein Blockheizkraftwerk gibt es keine direkten Investitionsförderungen. Dafür wird aber der erzeugte Strom mit 0,04 bis 0,08 Euro pro Kilowattstunde gefördert.

Empfehlenswert ist es, sich vor der Entscheidung für die richtige Heizung von einem Energieberater ausführlich beraten zu lassen. Dieser gibt dann auch genaue Auskünfte zu den jeweiligen Förderungsmöglichkeiten.

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