Personal fehlt: Deutsches Handwerk schlägt Alarm!

Eigentlich ist es eine gute Nachricht für das Handwerk: "Wir haben volle Auftragsbücher.“

 

Das sagte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

 

„Wir haben derzeit einen sehr guten Konjunkturverlauf, unsere Betriebe sind zufrieden und gehen davon aus, dass sich das im nächsten Jahr fortsetzt", ergänzte der ZDH-Präsident.


Für die rund eine Million Handwerksbetriebe in Deutschland wird 2017 ein Umsatzwachstum von 3,5 Prozent und für 2018 ein Plus von rund 3 Prozent erwartet.
Das Handwerk ist mit rund 5,5 Millionen Beschäftigten mit einer der wichtigsten Arbeitgeber und hat 2017 etwa 50.000 neue Jobs geschaffen, was in etwa einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht.

 

Trotzdem schlägt der ZDH Alarm, denn „manche Betriebe können inzwischen keine weiteren Aufträge mehr annehmen, weil ihnen schlicht das Personal fehlt, um diese Aufträge abzuarbeiten".

 

Nach seinen Aussagen suchen ca. 40 Prozent der Handwerksbetriebe Fachkräfte oder Auszubildende.

 

Und das trotz des positiven Trends von neuen Ausbildungsverträgen der letzten Jahre. So wurden Ende September zwar rund 135.000 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um fast 4.000 Jugendliche (ca. 3 Prozent) bedeutet, die eine Ausbildung im Handwerk begonnen haben (Handwerk steigert Ausbildungszahlen). Hans Peter Wollseifer zieht aber auch eine ernüchternde Bilanz: "Dennoch werden wir 2017 rund 15.000 offene Lehrstellen haben" (Handwerk steigert Ausbildungszahlen).


Umso wichtiger wird die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern und Auszubildenden.
Neue Kampagnen des Handwerks, die u.a. die „nächste Generation des Handwerks“ bzw.  die Attraktivität der Berufe im Fokus haben, unterstreichen diesen Ansatz.
Spezialisierte Stellenportale wie Handwerker.de werden dabei Arbeitgeber und Bewerber zusammenbringen.