Eine Lücke im Lebenslauf – und nun?

Nach wie vor achten Arbeitgeber ganz genau darauf, ob es im Lebenslauf Lücken gibt. Allerdings erwartet heute niemand mehr, dass ein Arbeitnehmer bis zur Rente an nur einem Arbeitsplatz tätig war. Längst ist nicht jeder Stellenverlust auf eigenes Verschulden zurückzuführen, es wird aber Wert darauf gelegt, dass jede Lücke im Lebenslauf begründet werden kann.

Ist eine Lücke im Lebenslauf zwangsläufig ein Nachteil?

Sie hatten bereits diverse Arbeitgeber und – freiwillig oder unfreiwillig – die eine oder andere Auszeit? Nun stecken Sie bloß nicht den Kopf in den Sand: Kleinere Lücken von drei Monaten oder, bei einem sehr toleranten Personalchef auch bis zu einem halben Jahr, werden meistens nicht weiter beachtet. Das gilt natürlich nur, wenn es nicht immer wieder zu solchen Unterbrüchen in Ihrer Laufbahn kam. Wichtig ist, dass Sie jede Lücke im Lebenslauf plausibel begründen können.
Gründe, aus denen Ihnen keinerlei Nachteile erwachsen sind zum Beispiel:

 

  • Familiäre Gründe: Ein Familienmitglied war erkrankt und hat Ihre Hilfe benötigt. Ausserdem: Mithilfe im Familienbetrieb, Familienzuwachs, Kinderbetreuung etc.
  • Reisen: Klar tönt es gut, wenn sie einen längeren Sprachaufenthalt gemacht haben. Dieser muss aber auf jeden Fall belegt werden können. Aber auch jede andere längere Reise wird positiv bewertet: Sie sind mit dem Wohnmobil drei Monate durch die USA oder Australien gereist, haben den Jakobsweg unter die Sohlen genommen oder einen Sommer mit Inselhüpfen in Griechenland verbracht? Einen solchen Traum kann man sich natürlich nur zwischen zwei Jobs verwirklichen. Und es braucht dafür ein paar Eigenschaften, die auch im handwerklichen Bereich geschätzt werden, so schließt ein Personalchef daraus, dass Sie flexibel, aufgeschlossen, selbstdiszipliniert, konfliktfähig und nicht zimperlich sind.
  • Neuorientierung, Stellensuche: Dies ist wohl der häufigste Grund für eine längere Lücke im Lebenslauf. Auch wenn Sie diese Situation als sehr negativ und deprimierend empfunden haben: Es ist heute keine Schande mehr, stellensuchend zu sein! Es kommt aber darauf an, wie Sie diesen Unterbruch erklären. Bereiten Sie sich für das Vorstellungsgespräch darauf vor, diese Frage möglichst positiv zu beantworten. Bloß nicht verzweifelt klingen!
    Es ist ein Unterschied, ob Sie sagen: «Ich war arbeitslos» oder: «Ich habe mich beruflich neu orientiert». Auch wenn die Aussage das gleiche meint, klingt die erste demütig und passiv, die zweite selbstbewusst und aktiv.

  • Krankheiten oder Unfälle: Sind Sie wieder gesund, können Sie das auf Verlangen mit einem ärztlichen Gutachten belegen. Gibt es Einschränkungen bei der Ausführung der gewünschten Tätigkeit, müssen Sie offen darüber reden. Bewerben Sie sich nur auf Stellen, die Sie aufgrund Ihrer körperlichen Verfassung auch wirklich ausführen können. Ansonsten ist die nächste Lücke fast schon vorprogrammiert!

  • Haftstrafen: Es gibt durchaus Arbeitgeber, die einem Menschen eine zweite Chance geben. Schreiben Sie eine Haftstrafe niemals in den Lebenslauf, bereiten Sie sich jedoch gut darauf vor, eine entsprechende Frage im Job Interview diplomatisch zu beantworten. Eventuell wird ein Gutachten oder eine Sozialprognose verlangt.

Lügen Sie nicht!

Kreativität kann durchaus in der Berufswelt ein positiver Aspekt sein, jedoch gilt dies nicht für die Erstellung eines Lebenslaufes! Lügen können immer auffliegen und dann müssen Sie den neuen Job wahrscheinlich vergessen. Etwas kaschieren ist erlaubt, aber bleiben Sie immer nahe an der Wahrheit.


Ein Tipp: Geben Sie bei mehreren großen Lücken im Lebenslauf aller beruflichen Stationen in Jahren statt in Monaten an. So haben Sie die Chance, dass Ihre Unterlagen nicht gleich auf dem Stapel mit den Absagen landen. 

Bei der Durchsicht der Arbeitszeugnisse fallen Unterbrüche natürlich auf, aber haben Sie mit Ihrem Dossier ansonsten überzeugt, können Sie im Gespräch die Lücken begründen. Bereiten Sie sich sehr gut darauf vor und lassen Sie sich notfalls coachen!