Der Lebenslauf

Der Lebenslauf ist der Mittelpunkt Ihrer Bewerbung. Die Gestaltung und der korrekte Inhalt sind wesentlich für den Erfolg bei der Jobsuche. Viele Personaler überfliegen Ihr Anschreiben, um sich dann mehr Zeit für den Lebenslauf zu nehmen. Ist der erste Eindruck nicht gut genug, sind Sie raus! Aber keine Sorge, so schwer ist es gar nicht, einen perfekten Lebenslauf zu schreiben.

Was gehört in den Lebenslauf?

Mitunter erhalten Personalverantwortliche unfreiwillig private Einblicke in das Leben des Bewerbers. Einerseits werden private Beziehungen, Wohnungswechsel und Ferienziele erwähnt, anderseits fehlen relevante Angaben wie Schulbesuche und Weiterbildungen. Gerade wer nicht selbst aus dem kaufmännischen Bereich kommt oder sich seit etlichen Jahren nicht mehr bewerben musste, ist mit den neusten Anforderungen nicht vertraut.

 

Deshalb hier zuerst einmal eine kurze Übersicht, was wirklich im Lebenslauf stehen muss:

• Ihre persönlichen Angaben: Name, Geburtsdatum, Nationalität, Familienstand und eventuell Anzahl der Kinder. Falls Sie Ihr Foto nicht auf einem separaten Deckblatt untergebracht haben, gehört es neben die persönlichen Daten.
• Den Hauptteil des Lebenslaufes bildet Ihr beruflicher Werdegang. In chronologisch absteigender Reihenfolge listen Sie hier Ihre vorangegangenen Jobs auf. Als Anfangs- und Enddatum jeder Anstellung genügen Monat und Jahr.

Wichtig: Alles, was Sie hier angeben, muss mit entsprechenden Zeugnissen nachweisbar sein!

• Schulbesuche, Weiterbildungen, Zusatzqualifikationen, ebenfalls, wie im Hauptteil erwähnt, mit Datum versehen. In diesen Absatz gehören zum Beispiel Sprachkenntnisse, EDV-Kenntnisse, berufsspezifische Weiterbildungen etc. Natürlich sollten Sie auch hierfür sämtliche Nachweise aufbewahrt haben und auf Verlangen vorlegen können.
Weitere Zusatzinformationen wie Kategorie des Führerscheins, Ehrenämter oder Hobbys gehören nur dann in den Lebenslauf, wenn Sie für den angestrebten Job sinnvoll sind.

 

Ein Beispiel: Sie bewerben sich auf eine Stelle als Dachdecker. Sie sind Mitglied in einem Alpenverein und gehen leidenschaftlich gerne Klettern und Bergsteigen: Schreiben Sie das rein! Verbringen Sie Ihre Freizeit dagegen im Schrebergarten, ist das für Ihre Bewerbung nicht relevant.

 

• Versehen Sie den Lebenslauf mit dem aktuellen Datum und, sofern Sie ihn mit der Post verschicken, Ihrer Unterschrift.

Was heute nicht mehr im Lebenslauf steht

In den letzten Jahrzehnten haben sich Gestaltung und Lebenslauf komplett geändert. Sollten Sie sich sehr lange nicht mehr beworben haben, beachten Sie unbedingt folgende Punkte:

• Der Lebenslauf wird nicht mehr im Fließtext, sondern tabellarisch dargestellt.
• Der Hinweis auf die Eltern ist gehört nicht in den Lebenslauf, da Ihre Herkunft bei der Jobsuche keine Rolle spielt. Eine Ausnahme bildet die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz direkt nach dem Schulbesuch. Hier können die Eltern erwähnt werden, das ist jedoch nicht zwingend vorgeschrieben.
• Ihre Religionszugehörigkeit ist Ihre Privatsache. Die Glaubenszugehörigkeit des Arbeitnehmers geht den Arbeitgeber nichts an.

Chronologisch auf- oder absteigend – wie Sie den Lebenslauf gliedern sollten

Es ist heute üblich, den Lebenslauf chronologisch zu gestalten. Für Personalverantwortliche ist das praktisch, da sie Lücken auf Anhieb sehen und die Angaben leicht mit den Zeugnissen und Nachweisen abgleichen können.

Wichtig: Kommen Sie bitte nicht auf die Idee, den Lebenslauf lieber thematisch zu gliedern, um eventuelle Ungereimtheiten zu vertuschen. Personaler haben ein geschultes Auge für sowas und lassen sich nicht hinters Licht führen. Sie müssten sich in dem Fall auf unangenehme Fragen oder auf eine Absage gefasst machen.

 

Ob der Lebenslauf chronologisch aufsteigend oder absteigend geschrieben wird, hängt vor allem von Ihrem Alter ab:

Ältere Arbeitnehmer geben Ihren beruflichen Werdegang in absteigender Reihenfolge an, das heißt: Die letzte Stelle steht zuoberst, der erste Job zuunterst. So sieht der Personaler auf den ersten Blick, was sie derzeit machen oder wo sie zuletzt gearbeitet haben.

Jüngere Arbeitnehmer mit wenig Berufserfahrung können für Ihren Lebenslauf die chronologisch aufsteigende Form wählen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie nach einen oder zwei Jobs einen längeren Unterbruch haben und derzeit in einer Phase der Neuorientierung, mehrere Monate arbeitslos oder vorübergehend in einem unterqualifizierten Job sind. In dem Fall zeigen Sie zuerst, was Sie wirklich draufhaben, so vermeiden Sie, vorschnell durch das Auswahlprozedere zu fallen.

Aus das Wichtigste beschränken- wie lange darf der Lebenslauf sein ?

Obwohl es keine festen Richtlinien gibt, gilt die Faustregel, dass ein Lebenslauf maximal drei Seiten lang sein darf. Er sollte nicht zu ausschweifend verfasst, aber auch nicht auf Kosten der Vollständigkeit gekürzt werden. Bei weit zurückliegenden Arbeitsverhältnissen genügen Datum, Firma und Tätigkeit, ohne weitere Erklärung. Wirklich interessant ist, was Sie die letzten Jahre getan haben. Hier können Sie etwas ausführlicher werden.

 

Ein Beispiel: Sie bewerben sich als Maurer bei einer Firma, die sich auf die Sanierung alter Gebäude spezialisiert hat. Sie sind gelernter Maurer, haben aber vorübergehend auch einfache Hilfsarbeiten ausgeführt, anschliessend in ihrem Beruf gearbeitet, zuletzt mehrere Jahre in einer ähnlichen, wie der ausgeschrieben Position.

Achten Sie jeweils darauf, was für die angestrebte Stelle wirklich relevant ist und heben Sie das gegebenenfalls auch im Lebenslauf hervor. Natürlich sollten Sie dabei weder übertreiben noch schummeln! Sie müssen sich stets bewusst sein, dass im Vorstellungsgespräch Ihr Gegenüber Ihren Lebenslauf in der Hand halten und Ihnen dazu Fragen stellen wird!