GEG – Alle Infos zum Gebäudeenergiegesetz

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – alles Wichtige, was Sie wissen sollten!

GEG 2020 Tablett mit Energieeffizienzbeurteilungs-Diagramm

Die Anforderungen in der Baubranche in Bezug auf Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer stärker sichtbar und führen zu einem Umdenken in der Gesellschaft. Die Politik hat in der Vergangenheit mit vielen Gesetzen und Verordnungen bereits reagiert. Um bessere Rahmenbedingungen für die Baubranche und Verbraucher zu schaffen, wurden viele Regelwerke zu einem einheitlichen Gebäudeenergiegesetz (GEG) zusammengefasst.

Welche Gesetze wurden zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) zusammengefasst?

Seit dem 1. November 2020 ist das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020) in Kraft. Es tritt an die Stelle von bisher drei unterschiedlichen Gesetzen, die jetzt zu einem einheitlichen Text zusammengeführt worden sind. Die Ausgangsbasis für das GEG 2020 bilden:

  • Energiesparverordnung (EnEV)
  • Energieeinspargesetz (EnEG)
  • Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Auch wenn jedes der drei ursprünglichen Werke seine Berechtigung hatte, bedeutet die Gebäudeenergiegesetz-Zusammenfassung zu einem Gesetzestext eine deutliche Vereinfachung. Jetzt können Immobilieneigentümer und Verbraucher alles Wichtige über die energetischen Anforderungen für Neubauten und die Sanierung bestehender Immobilien erfahren. Doch wofür waren die ursprünglichen Gesetze geschaffen worden?

Die Energiesparverordnung (EnEV)

Die Energiesparverordnung entstand im Jahre 2002 und war ein erster Ansatz zur Verbesserung von Heizungsanlagen durch Regelungen im Zusammenhang mit dem Wärmeschutz. Diese Verordnung galt in der Vergangenheit als wichtigste Grundlage für die Umsetzung der für Deutschland vereinbarten Ziele im Zusammenhang mit der Energie – und Klimaschutzpolitik. Die Verordnung war für die Bürger ein Leitfaden für die praktische Umsetzung der bestehenden Gesetzestexte. Hier wurde beschrieben, wie die Vorgaben der Bundesregierung im Detail in die Praxis umzusetzen sind.

Das Energieeinspargesetz (EnEG)

Im Zusammenhang mit der Ölkrise in den frühen 1970er-Jahren fand in Deutschland erstmals ein Umdenken in der Energiepolitik statt. Dabei entstand im Jahre 1976 das Energieeinspargesetz (EnEG) als erste verbindliche Rechtsgrundlage in unserem Land. Das Gesetz regelte lediglich die Vorgaben, was in Deutschland geändert werden soll, ohne dabei einen konkreten Weg zur Umsetzung der Maßnahmen aufzuzeigen. So gab es in diesem Gesetzestext beispielsweise die Festlegung, dass ein angemessener Wärmeschutz erforderlich ist, um entstehende Energieverluste zu vermeiden. Konkrete Vorgaben, wie diese Ziele von den Bürgern umgesetzt werden sollen, fehlen dazu vollständig. Hier war Jahre später die Energiesparverordnung (EnEV) der wichtige Leitfaden für die praktische Umsetzung der Gesetze für Immobilieneigentümer und Bürger.

Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Aus dem Jahre 2009 stammt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG). Dieses Gesetz ist ein weiterer Schritt zum verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien in der Immobilienwirtschaft. Ziel dieses Gesetzes ist es, dass insbesondere bei Neubau und Sanierung von Immobilien immer öfter erneuerbare Energien als Grundlage für die Versorgung der Gebäude dienen sollen. Eine der Hauptbeweggründe sind die Schonung fossiler Brennstoffe und eine Verbesserung der Ökobilanz beim Klimaschutz. Zusätzlich soll mit diesem Gesetz die Abhängigkeit von Energieimporten aus anderen Ländern gedrosselt werden.

Welche Vorgaben legt das Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020) fest?

Eine der wichtigsten Neuerungen, die mit dem Gebäudeenergiegesetz geschaffen wurde, ist die Zusammenfassung der bisher bestehenden drei eigenständigen Rechtsgrundlagen. Neben der Gebäudeenergiegesetz-Zusammenfassung werden energetische Standards festgelegt, die seit dem 1. November 2020 gelten. Dies betrifft in erster Linie:

  • Festlegung von energetischen Anforderungen für klimatisierte und beheizte Gebäude
  • Gesetzliche Vorgaben in Bezug auf Standards für Wärmedämmung und den Hitzeschutz von Gebäuden
  • Anforderungen und Vorgaben in Bezug auf die Heizungs- und Klimatechnik
  • Energetische Mindestanforderung für die Errichtung von Neubauten
  • Für Bestandsimmobilien werden die Eigentümer verpflichtet, bestimmte Austausch- und Nachrüstpflichten in Zukunft einzugehen
  • Vorgabe von festgelegten Anteilen an erneuerbaren Energiequellen, die bei einem Neubau zum Heizen oder Kühlen genutzt werden müssen

Bei der Festlegung der energetischen Mindestanforderung für die Errichtung von Neubauten wurden die Vorschriften gegenüber der bisher gültigen Energiesparverordnung (EnEV) leicht gelockert. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass gebäudenah erzeugter Strom immer mehr an Bedeutung gewinnen wird. In der Zukunft enthalten die bereits seit längerem genutzten Energieausweise für Gebäude zusätzliche Informationen. Hier können Sie entnehmen, wie groß der Anteil an CO2-Emissionen aus der verbrauchten Primärenergie ist. Neu ist in dem Gesetz die Pflicht zur Energieberatung, bevor Sie die Sanierung oder Modernisierung einer Bestandsimmobilie planen.

Warum wurde das GEG 2020 geschaffen und warum ist es so wichtig?

Bei der Festlegung der Ökobilanz eines Landes werden alle möglichen Faktoren bei der Ermittlung des Energieverbrauches gesammelt. Für Deutschland ergibt sich dabei ein Anteil von 35 Prozent am Gesamtenergieverbrauch, der auf Häuser und Gebäude entfällt. Das bedeutet umgerechnet einen Ausstoß an klimaschädlichen CO2 Treibhausgasen in einer Größenordnung von 120 Millionen Tonnen im Jahr. Nach den international vereinbarten Klimaschutzzielen besteht hier ein deutliches Einsparpotenzial. Für Deutschland ist eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes bei Immobilien von mehr als 40 Prozent erforderlich, um die Klimaschutzziele bis zum Jahr 2030 zu erreichen. Gleichzeitig ist die Reduzierung der Abhängigkeit von Energieimporten aus anderen Ländern ein weiteres wichtiges Ziel.

Welche Sachverhalte werden im Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020) geregelt?

Der gesamte Energiehaushalt eines Gebäudes wird mit den Bestimmungen des Gebäudeenergiegesetzes beleuchtet und durch gesetzliche Vorgaben festgelegt. Dazu gehören diese wichtigen Sachverhalte:

  • Heizung der Räume
  • Kühlung von Gebäudeteilen
  • Warmwassererzeugung
  • Unterhaltung und Betrieb von Lüftungsanlagen
  • Maßnahmen zum Hitzeschutz im Sommer
  • Stromverbrauch in der Immobilie
  • Vorgabe von Standards für die Dämmung von Gebäuden
  • Energetische Vorgaben beim Einbau von Fenstern
GEG 2020 Photovoltaikanlage mit Windrädern

Der gesamte Energiehaushalt eines Gebäudes wird mit den Bestimmungen des Gebäudeenergiegesetzes beleuchtet und durch gesetzliche Vorgaben festgelegt. Dazu gehören diese wichtigen Sachverhalte:

  • Heizung der Räume
  • Kühlung von Gebäudeteilen
  • Warmwassererzeugung
  • Unterhaltung und Betrieb von Lüftungsanlagen
  • Maßnahmen zum Hitzeschutz im Sommer
  • Stromverbrauch in der Immobilie
  • Vorgabe von Standards für die Dämmung von Gebäuden
  • Energetische Vorgaben beim Einbau von Fenstern

Im GEG-Gesetz ist weiterhin geregelt, welche Geräte wie beispielsweise:

  • Heizkessel
  • Heizungspumpen
  • Regler

dafür sorgen sollen, dass der Energieverbrauch möglichst nachhaltig und effizient gestaltet wird. Ziel des Gesetzes ist es, Vorgaben zum Luftaustausch im Gebäude festzulegen und zur Minimierung von umweltschädlichen Wärmebrücken beizutragen. Neben den Erfordernissen des Umweltschutzes ist es eine wichtige Aufgabe des GEG für ein behagliches Umfeld in den Gebäuden zum Wohnen und Arbeiten zu sorgen.

Welche Anforderungen regelt das GEG bei Neubauten?

Besonders beim Neubau von Häusern und Gebäuden ist es das Ziel, eine möglichst umweltfreundliche und ressourcenschonende Energiepolitik umzusetzen. Das Ziel ist es:

  • Heizung
  • Lüftung
  • Warmwasseraufbereitung
  • Dämmung
  • Strom- und Energiebedarf

möglichst nachhaltig und CO2-neutral zu gestalten. Dazu ist es erforderlich, vor Baubeginn Berechnungen anzustellen, wie hoch die benötigte Primärenergie sein wird. Alternativ dazu kann auch die Menge der zulässigen Treibhausgase errechnet werden, die der Neubau verursachen wird. Beide Verfahren sind zulässig und sind vor Baubeginn zu ermitteln. Spätestens ein Jahr nach dem Baubeschluss sind Sie als Bauherr verpflichtet, der Behörde einen Bericht zu erstatten über:

  • Investitionsaufwand
  • Tatsächlicher Energieverbrauch
  • Erfahrungen mit dem zugrundeliegenden Berechnungsverfahren

Welche Anforderungen umfasst das GEG 2020 bei Modernisierung und Erneuerung?

Auch Bestandsgebäude sind von den Auswirkungen des Gebäudeenergiegesetzes betroffen. In diesem Zusammenhang gibt es Austausch- und Nachrüstungsverpflichtungen, die von den Hauseigentümern im Laufe der Zeit zu erfüllen sind. Die Verpflichtungen gelten verstärkt für Mehrfamilienhäuser.

Die Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern sind davon nicht betroffen, wenn sie als Eigentümer das Haus seit Februar 2002 selbst bewohnen. Beim Erwerb von Ein- und Zweifamilienhäusern sind die gesetzlichen Vorgaben des GEG innerhalb von zwei Jahren nach dem Erwerb zu erfüllen. Die Vorschriften des GEG 2020 umfassen:

  • Austausch von Öl- und Gasheizkessel, die älter als 30 Jahre sind
  • Dämmung von Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen
  • Dämmung der obersten Geschossdecke zu Dachräumen ohne Heizung
  • Fassadendämmung nach den Anforderungen des GEG 2020
  • Austausch von Fenstern

Vom Grundsatz her bedeutet das GEG 2020 keine Verschärfung der bisher geltenden gesetzlichen Regelungen. Damit soll verhindert werden, dass die Kosten für Neubau und Sanierung von Gebäuden nicht noch weiter verteuert werden.

Welche Fristen gelten für Neubauten und Sanierungen im Zusammenhang mit dem GEG 2020?

Um bei bereits bestehenden Maßnahmen für Sicherheit und Bestandsschutz zu sorgen, hat der Gesetzgeber klare Vorgaben gemacht. Wenn Sie Ihren Bauantrag für einen Neubau oder für Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen noch vor dem 1. November 2020 gestellt haben, gilt für diese Fälle das alte Recht. Dies ist im §111 des GEG eindeutig geregelt. Im Rahmen von Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen genügt auch schon die Ankündigung der Maßnahme vor dem Stichtag 1. November 2020 bei der entsprechenden Behörde.

Wo liegen die Vorteile bei der Gebäudeenergiegesetz-Zusammenfassung für Verbraucher und Handwerker?

Mit dem GEG 2020 hat das zuständige Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat (BMI) die Voraussetzungen geschaffen, damit sich die Betroffenen in der Bau- und Immobilienbranche einen Überblick über die rechtlichen Vorgaben verschaffen können. Das GEG ist ein guter Leitfaden sowohl für Bauherren als auch Handwerker, um sich in der Welt des nachhaltigen Bauens zurechtzufinden. Es vereinfacht die Übersicht in den bestehenden Vorschriften und setzt gleichzeitig die europäischen Richtlinien bezüglich der Gesamteffizienz von Gebäuden um. Zusätzlich ist es eine gute Lösung, um die Ziele des Klimaschutzprogramms 2030 zu erreichen.

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