Dachdämmung planen

Dachdämmung – was Sie bei der Planung beachten sollten!

Handwerker bei der Dachdämmung auf dem Dach

Da die warme Luft grundsätzlich nach oben aufsteigt, ist es naheliegend, dass die Dachdämmung eine der wichtigsten Dämmmaßnahmen überhaupt ist. Durch ein gut gedämmtes Dach lassen sich bis zu 20 Prozent der Heizkosten sparen. Deshalb machen sich die Investitionskosten für die Dämmung des Daches auf jeden Fall wieder bezahlt. Es gibt jedoch verschiedene Arten der Dämmung. Diese verursachen unterschiedlich hohe Kosten und weisen verschiedene Dämmwirkungen auf. Daher ist es sehr wichtig, eine sorgfältige Planung durchzuführen. Nachfolgend werden die unterschiedlichen Arten der Dachdämmung und die durchschnittlichen Kosten dafür näher beschrieben.

Die Aufsparrendämmung ist sehr teuer

Die beste Dämmwirkung bietet die sogenannte Aufsparrendämmung. Wie die Bezeichnung schon verrät, wird diese oberhalb der Sparren angebracht. Deshalb ist es erforderlich, zunächst das Dachmaterial vollständig abzubauen. Daher lohnt sich diese Art der Dachdämmung insbesondere dann, wenn das Dach ohnehin neu eingedeckt werden muss. Für die Aufsparrendämmung stehen Dämmplatten aus unterschiedlichen Materialien zu Verfügung. Sehr gut eignen sich Platten aus Styrodur dazu. Diese weisen eine hohe Festigkeit auf und sind unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Die Styrodurplatten stehen in verschiedenen Stärken zur Verfügung. Deshalb lassen sich unterschiedlich starke Dämmwirkungen erzielen. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass die Stärke zur jeweiligen Dachkonstruktion passen muss.

Es gibt auch noch weitere Materialien für die Aufsparrendämmung. Falls die Dachkonstruktion keine dicken Dämmplatten aus Styrodur zulässt, können auch Dämmstoffe aus Holzfasern benutzt werden. Diese sind deutlich dünner und lassen sich daher auch einfacher verarbeiten. Die Holzfaserplatten bieten eine hohe Stabilität sowie eine lange Haltbarkeit. Die Platten müssen jedoch mit Dampfsperren vor eindringender Feuchtigkeit geschützt werden.

Die durchschnittlichen Kosten für eine Aufsparrendämmung liegen je nach Material und Arbeitsaufwand zwischen etwa 150 und 250 Euro pro Quadratmeter Dachfläche. Bei einer üblichen Dachfläche auf einem Einfamilienhaus von 150 Quadratmetern können deshalb Kosten zwischen etwa 22.500 und 37.500 Euro anfallen. Dazu kommen denn noch die Kosten für die neue Dacheindeckung.

Die Zwischensparrendämmung ist deutlich günstiger

Befindet sich das Dachmaterial in einem guten Zustand, wäre es nicht empfehlenswert, es abzudecken und eine neue Aufsparrendämmung anzubringen. Die Dachdämmung sollte sich auch immer aus wirtschaftlicher Sicht lohnen. Deshalb ist in solch einem Fall die Zwischensparrendämmung eine gute Wahl. Für dieses Vorhaben stehen verschiedene Dämmstoffe zur Auswahl. Am liebsten wird jedoch Glaswolle oder Steinwolle benutzt. Die Dämmmatten aus Steinwolle sind sehr flexibel und lassen sich leicht anbringen. Es gibt Varianten, die einfach zwischen die Dachsparren geklemmt werden. Des Weiteren stehen Ausführungen zur Verfügung, die an der Rückseite mit einer Folie aus Aluminium versehen sind. Diese steht an beiden Seiten etwas über. Die überstehenden Ränder der Folie lassen sich einfach mit einem Tacker an den Sparren befestigen.

An der zum Innenraum gewandten Seite der Zwischensparrendämmung muss eine Dampfbremse montiert werden. Diese sollte niemals mit einer Dampfsperre verwechselt werden. Durch eine Dampfsperre gelangt überhaupt keine Feuchtigkeit. Eine Dampfbremse hingegen bremst die Feuchtigkeit nur ein wenig, aber blockiert sie nicht komplett. Das ist deshalb so wichtig, weil die Feuchtigkeit aus der Wohnung langsam durch die Steinwolle nach außen geleitet wird. Bei einer Dampfbremse würde sich die Feuchtigkeit stauen und schon recht bald zur Schimmelbildung in der Wohnung führen.

Die Kosten für eine Zwischensparrendämmung belaufen sich auf ungefähr 50 bis 80 Euro pro Quadratmeter. Das wären dann für ein Dach auf einem Einfamilienhaus etwa 7.500 bis 12.000 Euro. Damit ist die Zwischensparrendämmung deutlich günstiger als die Aufsparrendämmung. Da bei dieser Arbeit ohnehin nur von innen gearbeitet wird, kann die Arbeit unabhängig von der aktuellen Wetterlage durchgeführt werden. Ein weiterer Vorteil einer Zwischensparrendämmung liegt in dem verbesserten Schallschutz. Die zur Dämmung verwendete Steinwolle absorbiert sehr viel Lärm, der sonst von außen in das Gebäude eindringt.

Die letzte Geschossdecke dämmen

Wer nicht das gesamte Dach dämmen möchte, kann die obere Geschossdecke kostengünstig dämmen. Dort befindet sich in den meisten Häusern ohnehin nur ein Abstellraum, der nicht bewohnt wird. Dieser lässt sich recht einfach mit speziellen Dämmstoffen auslegen. Diese bestehen aus einem Dämmstoff, auf dem eine Spanplatte geklebt ist. Die Platten werden recht einfach mit Nuten und Federn zusammengesteckt und bieten dadurch eine sehr gute Dämmwirkung. Für Wohnräume eignet sich diese Art der Dämmung nicht. Für einen Spitzboden, der nur gelegentlich betreten wird, bietet diese Dämmung jedoch viele Vorteile.

Da die Fläche der letzten Geschossdecke in den meisten Fällen nicht so groß ist, halten sich die Kosten in Grenzen. Sie liegen in etwa zwischen 2.000 und 6.000 Euro. Zudem kann der Hausbesitzer diese modernen Dämmstoffe selbst montieren. Besondere Kenntnisse sind dazu nicht erforderlich. Jeder, der einen Fuchsschwanz oder eine Stichsäge besitzt, kann die Dämmplatten selbst auf die erforderlichen Maße zuschneiden.

Dachboden dämmen: Eine Einblasdämmung verwenden

In vielen Fällen sind die Dachgeschosse auch schon zum Wohnraum ausgebaut. Dadurch befindet sich zwischen der Innenwand und dem Dach ein Hohlraum. Ist dort noch keine Dachdämmung vorhanden, so lässt sich der Zwischenraum mit einer sogenannten Einblasdämmung isolieren. Dazu werden geschredderte Steinwollfasern oder Materialien aus Altpapier mit Druckluft in die Hohlräume geblasen. Dieses Verfahren ist insofern vorteilhaft, weil die Wände und Decken der Wohnräume im Dachgeschoss nicht geöffnet werden. Das Dämmmaterial wird mit dickeren Schläuchen von ganz oben, also von außerhalb des Wohnraums eingeblasen.

Die Kosten für eine Einblasdämmung am Dach liegen bei etwa 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter Dachfläche. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus betragen die Kosten demnach zwischen ungefähr 4.500 und 7.500 Euro. Sie hängen immer davon ab, ob noch Vorkehrungen für das Einblasverfahren getroffen werden müssen. Manchmal sind noch zusätzliche Abdichtungen erforderlich, damit das Dämmmaterial auch dort hingelangt, wo es soll.

Flachdach dämmen: So geht es richtig!

Nicht nur Schrägdächer können in entsprechender Weise gedämmt werden. Dies gelingt auch bei Flachdächern. Die Flachdachdämmung geht jedoch etwas anders vonstatten. Es spielt eine wichtige Rolle, wie das Dach hinterher genutzt werden soll. Danach richtet sich dann die letzte Schicht des Materials, das montiert werden muss.

Eine übliche Flachdachdämmung gelingt folgendermaßen. Zunächst muss die vorhandene Oberfläche gesäubert und getrocknet werden. Das Trocknen gelingt besonders gut mit einem Gasbrenner. Anschließend werden in gleichmäßigen Abständen Klebestreifen aufgetragen. Darauf folgt die Verlegung von festen Dämmplatten aus Steinwolle oder aus EPS Styropor. Je nachdem, wie das Dach beschaffen ist, kommen auch Dämmstoffe aus Styrodur oder anderen Materialien zum Einsatz.

Auf diese Dämmung wird dann eine Bitumenschweißbahn verlegt. Diese schützt den Dämmstoff zuverlässig vor dem Eindringen von Feuchtigkeit. Auf die Schweißbahn können dann verschiedene Materialien verlegt werden. In dem Bereich gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten. Diese reichen von der einfachen Begehbarkeit bis hin zur Begrünung.

Dachdämmung: Kosten im Blick behalten

Bevor eine Dachdämmung näher geplant wird, sollten zunächst die Kosten ermittelt werden. Insbesondere geht es darum, dass sich die Investitionskosten durch einen geringeren Energieverbrauch möglichst schnell wieder bezahlt machen. Grundsätzlich ist es so, dass umfangreichere Dämmmaßnahmen auch die höchsten Einsparungen bieten. Für einen Laien ist es jedoch schwer, den tatsächlichen Nutzen einer Dachdämmung exakt zu berechnen. Deshalb lohnt es sich für die meisten Hauseigentümer, sich von einem Energieberater näher über die möglichen Dämmmaßnahmen informieren und beraten zu lassen. Dieser ermittelt dann auch sehr präzise, durch welche Art der Dämmung sich am meisten Energie einsparen lässt. Deshalb kann er dem Interessenten geeignete Empfehlungen geben.

Förderung Dachdämmung: Wer erhält eine Förderung?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Hausbesitzer für die Dachdämmung eine staatliche Förderung erhalten. Diese gibt es beispielsweise von der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA genannt. Je nach Umfang und Energieeinsparung kann der Hauseigentümer für die Dachdämmung Fördergelder beantragen. Diese werden von der BAFA als direkte Zuschüsse gewährt.

Von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, die eher als KfW bekannt ist, gibt es ebenfalls Zuschüsse für Maßnahmen, die zur Einsparung von Energie beitragen. Die KfW-Förderung ist für alle Hausbesitzer interessant, die für eine energetische Sanierung einen Kredit aufnehmen müssen. Die KfW vergibt sehr günstige Kredite.

Welche Förderung für das jeweilige Projekt infrage kommt, hängt von zahlreichen Faktoren ab. Auch in diesem Bereich kann der Energieberater sehr hilfreich sein. Er kennt sich bestens mit den einzelnen Förderprogrammen aus und kann dem Hausbesitzer entsprechende Vorschläge machen. Aufgrund der hohen Zuschüsse kann sich meistens auch eine sehr umfangreiche Dachdämmung lohnen. Das sollte auf jeden Fall im Einzelfall geprüft werden. Das Wichtigste ist, dass eine staatliche Förderung unbedingt vor dem Beginn der Dachdämmung beantragt werden muss. Wurde bereits mit der näheren Planung begonnen, können keine Förderanträge mehr gestellt werden.

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